Inhalt:

Fachbegriffe

Lexikon zum Wasserkreislauf

(Arteser, Durchfluss, Einzugsgebiet, Fließgeschwindigkeit, Flußtypen, Gesättigte Zone, Gletscher Kennzahlen, Grundwasser, Grundwasserleiter, Grundwasserstauer, Heilquellen, Isotope, Karstwasser, Oberirdische Gewässer, Seen, Tiefengrundwasser, Ungesättigte Zone, Unterirdisches Wasser, Verdunstung, Wasserkreislauf, Wasserstand)

Nitrat

Nitrat im menschlichen Körper

1. Primärwirkung - Nitrat

2. Sekundärwirkung - Nitrit - Methämoglobinämie

3. Tertiärwirkung - Nitrosamie

Nitrat in der Ernährung

Nitrat im Gemüse

         Tipps für die Küche

Grundwasser (Begriffe, Vorkommen, Nutzen)

Was im Trinkwasser so alles steckt!

Was wird bei der Trinkwasseranalyse untersucht?

Physikalisch-chemische Parameter

Die Einstufung der Wasserhärte

Die wichtigsten mikrobiologischen und chemischen Parameter

 

 

 

Fachbegriffe

Lexikon zum Wasserkreislauf

Arteser

Die Tiefengrundwässer sind meist gespannte Grundwasservorkommen, die auch als Arteser austreten können und zum Teil genutzt werden. Bei artesisch gespanntem Grundwasser steht das Wasser unter so starkem Druck, daß es z.B. in Bohrungen für Brunnen über die Geländeoberfläche aufsteigen kann. Dieser hohe Druck weist auf höhergelegene Grundwasserneubildungsbereiche hin. Da die Versickerung in die tiefenwasserführenden Schichten zeitlich noch vor den verstärkten Eingriffen des Menschen in die Natur erfolgt ist, sind Tiefenwässer weitgehend frei von anthropogenen Verunreinigungen.
Die bedeutenden Tiefengrundwasservorkommen in Österreich liegen überwiegend im ”Oberösterreichischen Alpenvorland” (Molassebecken), im ”Wiener Becken” zwischen Alpen und Karpaten, im ”Steirischen Becken” und in den ”Inneralpinen Tälern”.

Durchfluß

Der Durchfluß ist das Wasservolumen, das in der Sekunde einen Flussquerschnitt durchströmt. Zu den wichtigsten anthropogenen Einflüssen, welche die Abflussverhältnisse verändern können, zählen:

Einzugsgebiet

Unter Einzugsgebiet versteht man die in der Horizontalprojektion (Grundriss) gemessene Fläche eines Gebietes, welches von Wasserscheiden (Bergen) begrenzt wird.

Fließgeschwindigkeit

Die Fließgeschwindigkeit ist eine für die Durchflusserfassung erforderliche Messgröße. Das am meisten verwendete Gerät zur Geschwindigkeitsmessung des Wassers ist der hydrometrische Flügel. Die Fließgeschwindigkeit ist in einem Gerinne nicht gleichmäßig verteilt. Sie ändert sich nach der Tiefe: Nahe der Wasseroberfläche ist die Geschwindigkeit am größten und nimmt gegen die Sohle zu stark ab.

Flußtypen

Nach ihrem topographisch-morphologischen Charakter und ihrem vom Klima, vom Boden und von der Vegetation abhängigen, hydrologischen Regime können verschiedene Flußtypen unterschieden werden:

Topographisch-morphologische Flußtypen:

Gesättigte Zone

Das in die tiefergelegenen Boden- und Gesteinsbereiche, in die sogenannte ”gesättigte” Zone, versickernde Wasser trägt zur Grundwasserneubildung und zu einem Ansteigen der Grundwasseroberfläche bei. Zur Grundwasserneubildung aus Niederschlagswasser kommt es hauptsächlich im Winterhalbjahr, da in dieser Zeit die Verdunstung sehr gering ist.

Gletscherkennzahlen

Anzahl: In Österreich gibt es über 900 Gletscher größer als 1 ha.
Fläche (zusammen): über 500 km2, das sind 0,1 % der Fläche aller Gletscher der Erde außerhalb der großen Inlandseise. Gesamter Eisvorrat Österreichs: entspricht 20 km3 Wasserinhalt. Das ist weniger als die Hälfte des Bodenseeinhaltes.

Grundwasser

Grundwasser ist Wasser, das zusammenhängend die Hohlräume (Poren, Klüfte, Karsthohlräume) des Grundwasserleiters erfüllt und unter gleichem oder höherem Druck steht als in der Atmosphäre herrscht. Die Bewegung (Fließen) des Grundwassers wird durch Schwerkraft und Reibung bestimmt. Die Neubildung von Grundwasser erfolgt überwiegend durch Versickerung eines Teiles des Niederschlages und durch Versickerung von Wasser aus Oberflächenwässern. Das Grundwasser tritt in Quellen und Oberflächengewässern wieder zu Tage oder wird aus Brunnen entnommen. Durch Neubildung, Austritt und Entnahme kommt es zu Schwankungen der Grundwasseroberfläche.

Grundwasserleiter

Boden- oder Gesteinskörper, in deren Hohlräumen Grundwasser fließen kann, werden als Grundwasserleiter bezeichnet.

Grundwasserstauer

Grundwasserstauer haben eine sehr geringe Durchlässigkeit und bilden eine hydraulisch wirksame Grenze für die Bewegung des Grundwassers. In Abhängigkeit von Art und Intensität des Niederschlages, von der Boden- bzw. Gesteinsart, vom Zustand des Bodens und der Vegetation sickert Wasser in die obere Bodenzone ein (Infiltration) und wird großteils zwischengespeichert. Durch Verdunstung kann dem Boden das eingesickerte Wasser auch wieder entzogen werden.

Heilquellen

Sind Eigenschaften von Grundwässern außergewöhnlicher Natur, so vermag ihre Einwirkung auf den menschlichen Organismus von heilsamer Wirkung sein. Solche Heilquellen, im älteren Sprachgebrauch auch ”Gesundbrunnen” genannt, umfassen im Hinblick auf ihr Erschließung Bohrungen, Schächte und Stollen.
Nach dem Gehalt an gelösten Stoffen werden Grundwässer mit mehr als einem Gramm gelöster Stoffe pro Liter als Mineralwasser bezeichnet. Als Kriterium für die Auswahl von Thermalwasser-Vorkommen wird als untere Grenze die in unseren Breiten übliche Wassertemperatur von 20 Grad Celsius herangezogen.

Isotope

Isotope sind zu einem chemischen Element gehörige Atome mit gleicher Kernladung, aber unterschiedlicher Masse. Das heißt, die Atomkerne haben die gleiche Protonenanzahl, jedoch die Anzahl der Neutronen ist verschieden. Sie kommen in der Natur je nach Ort und Zeit in ganz bestimmten Verhältnissen vor.
Die Isotopenverhältnisse im Wassermolekül mit ihren örtlichen und zeitlichen Schwankungen entsprechen einer weltweiten Markierung des natürlichen Wasserkreislaufes. Sie geben Auskunft über Herkunft und Geschichte des Wassers. Bei allen Umweltvorgängen, an denen Wässer beteiligt sind, bieten sich die Isotopenverhältnisse des Wasserstoffs und des Sauerstoffs als Indikatoren an.
Während der Chemismus bei Grundwässrn vor allem Aussagen über den vom Wasser durchflossenen Grundwasserleiter liefert, geben die Isotopendaten Auskunft über das Wasser selbst, über seine Herkunft und seinen Weg.
Die Anwendung von Isotopenmessungen ist besonders vorteilhaft für die Bestimmung von Abgrenzungen bei Wasserkörpern oder für die Untersuchung von Mischungsvorgängen. Voraussetzung dafür ist, daß sich die beteiligten Wässer in zumindest einem Verhältniswert unterscheiden.
Ein breites Anwendungsgebiet für Isotopenmessungen ist die Bestimmung von Verweilzeiten - den ”Wasseraltern” - bei Grundwässern. Unter ”Alter” ist dabei jene Zeitspanne zu verstehen, die seit dem Auftreffen des Niederschlagswassers auf die Erdoberfläche verstrichen ist.
Neben der Isotopenmessung wird auch die 14C-Methode zur Wasseraltersbestimmung genützt.

Quelle: Lebendiges Wasser - Vom Kreislauf des Wassers; (Hg: HZB, Wien)

Karstwasser

Unterirdisches Wasser in verkarstungsfähigen Gesteinen wird als Karstwasser bezeichnet. Die Karstoberfläche erscheint wasserarm, das Wasser tritt gesammelt in Quellen wieder zu Tage.

Oberirdische Gewässer

Arten der oberirdischen Gewässer

Fließgewässer:
natürliche
künstliche
Bäche Gräben und Kanäle für Bewässerung und Entwässerung
Flüsse Werk- u. Schifffahrtskanäle
Ströme Überleitungskanäle

Standgewässer:
natürliche
künstliche
Weiher Fisch-, Klär- und Sickerteiche
Seen Speicher und Rückhaltebecken

Sowohl fließende als auch stehende oberirdische Gewässer des Festlandes bezeichnet man als Oberflächengewässer. Sie bilden eine freie Oberfläche aus und stehen unter Atmosphärendruck.
Der Abfluß von den Landflächen der Erde konzentriert sich in den Flüssen. Sie führen das Wasser dem Meer oder abflusslosen Gebieten zu. Das Wasser formt die Landoberfläche und trägt ständig Material von ihr ab.

Seen

In jedem Gestein und in jeder Bodenart gibt es geeignete Wannen oder Hohlformen, die vom Wasser ganz oder teilweise erfüllt sein können und dann als Seen bezeichnet werden. Diese Wannen oder Becken können auf verschiedene Weise durch Tektonik, Vulkanismus, Erosion und Akkummulation des fließenden Wassers oder Eises und sogar des Windes gebildet werden.

Tiefengrundwasser

Tiefengrundwasser ist Grundwasser in den tieferen Schichten der Erdrinde, das eine weiträumige Überlagerung durch Deckschichten, eine lange Aufenthaltsdauer und meist besondere physikalisch-chemische Eigenschaften aufweist. Es ist nicht so sehr die Tiefenlage, sondern vor allem die sehr gering durchlässige dichte Überdeckung und die lange Verweilzeit im Untergrund, die für die Dynamik des Tiefengrundwassers von ausschlaggebender Bedeutung sind.

Ungesättigte Zone

In der ”ungesättigten” Boden- oder Gesteinszone kommt das unterirdische Wasser als Haft- und Kapillarwasser bzw. vorübergehend als Grundwasser-Sickerwasser - vor.

Unterirdisches Wasser

Unterirdisches Wasser ist Wasser in den Hohlräumen der Erdrinde. Die Erdrinde besteht aus verschiedenen Gesteinen, Sedimenten und Böden. Geologische und bodenkundliche Karten zeigen die räumliche Verteilung der Gesteinsarten und Bodentypen.

Einteilung des unterirdischen Wassers:
  1. nach seinem Vorkommen in den Hohlraumarten:
    Porengrundwasser
    Kluftgrundwasser
    Karstgrundwasser


  2. nach hydraulischen und hydrogeologischen Bedingungen:
    Haft- und Kapillarwasser
    Freies und gespanntes Grundwasser
    Tiefengrundwasser


  3. nach speziellen Vorkommen als:
    Heil-, Mineral- und Thermalwasser

Verdunstung

Verdunstung ist der Übergang des flüssigen Wassers in seine dampfförmige Phase. Neben Temperatur und Strahlung sind auch Wind und Turbulenzen für das Ausmaß der Verdunstung maßgebend.

Wasserkreislauf

Unter Kreislauf versteht man den Weg, den das Wasser über den atmosphärischen Wasserdampftransport zum Land nimmt, um dort als Niederschlag auf die Erdoberfläche zu fallen und in den Gewässern zum Meer zurückzufließen.

Die mittleren Verweildauern der Wassertropfen in einzelnen Stationen sind:


Klima und Wasserkreislauf sind eng miteinander verknüpft. Über den Treibhauseffekt besteht ein Einfluß des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre auf die Temperatur, welche auf mehrere Komponenten des Wasserkreislaufes Auswirkungen hat.

Wasserstand

Der Wasserstand wird am Pegel gemessen und in cm angegeben. Je nach den örtlichen Gegebenheiten verwendet man Lattenpegel, Schrägpegel und Treppenpegel.

BMLF, Sektion IV Quelle: "Lebendiges Wasser – Vom Kreislauf des Wassers (HZB, 1996)".

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Nitrat

von FL. Kerngast Maria

Nitrat ist eine Form von Stickstoff. - Die Luft unserer Erdatmosphäre besteht zu 78% aus Stickstoff. Die Pflanzen benötigen Nitrat zum Aufbau von Aminosäuren, und Nitrat wird beim Abbau von Aminosäuren freigesetzt. Wird dieser natürliche Kreislauf nun durch das Abführen von Erntegut vom Feld unterbrochen, muss er ergänzt werden.
Mindererträge und Hungersnot nahmen durch die Entdeckung der Düngemittel ein jähes Ende. So wurden auch 2 Männer für ihre Erfindungen in Verbindung mit der Stickstoffgewinnung:
Fritz Haber (1868-1934) gelang es 1905 -1910 eine Vereinigung von Stickstoff aus der Luft und Wasserstoff zu Ammoniak herbeizuführen (Nobelpreis 1918).
Carl Bosch (1874-1940) konnte Habers Erfindung großtechnisch umsetzen und bekam dafür 1931 den Nobelpreis. (Anm. 1)

Anmerkung 1: Dr. W. Sembach, "Ist Nitrat ein Gift" in "Der Kärntner Bauer" Heft 13/1990

 

Nitrat im menschlichen Körper!

1. Primärwirkung - Nitrat

Nitrat wird  zu 75% bis 85% über die Nieren (Harn) und zu etwa 2% über den Darm (Kot) unverändert mit einer Halbwertszeit von 8 Stunden ausgeschieden. 10% bis 20% des Nitrates gelangen über den Blutkreislauf  in den Speichelkreislauf und in der Folge wieder in den Mund, wo das Nitrat durch  Bakterien in Nitrit umgewandelt werden kann.

Nitratreduzierende Bakterien können sich in der Mundhöhle im Magen oder im Darm befinden. Die Besiedelung der Mundhöhle mit nitratreduzierenden Bakterien ist bei Erwachsenen wesentlich höher als bei Säuglingen und Kindern. Die Anzahl der Bakterien im Magen wiederum ist abhängig vom Säuremilieu des Magens. Bei gesunden Menschen, die genug Magensäure haben, können kaum nitratreduzierende Keime überleben. Anders sieht es hier wiederum bei bestimmten Mageninfektionen aus, welche eine Erhöhung des pH-Wertes über 4,0 bewirken.

Säuglinge bilden in den ersten Monaten, solange sie mit Muttermilch oder Milchersatz ernährt werden, kaum Magensäure, deshalb können sich hier bei mangelnden Hygienemaßnahmen Keime ansiedeln, welche möglicherweise Gesundheitsbeeinträchtigungen hervorrufen. Aus diesem Grund ist gerade bei Säuglingen bis ca. 6 Monaten auf nitratarme Kost Acht zu geben.

2. Sekundärwirkung - Nitrit - Methämoglobinämie

Insgesamt werden etwa 3% - 6% der gesamten oral aufgenommenen Nitratmenge zu Nitrit reduziert. Bei Säuglingen ist es etwa 30% der aufgenommenen Nitratmenge.

Nitrit geht mit dem Eisen des Blutfarbstoffes Hämoglobin eine Verbindung zu Methämoglobin ein. Dadurch wird die Eigenschaft des Blutes, Sauerstoff zu transportieren stark beeinträchtigt. Es könnte zu einer Unterversorgung der Gewebe und in der Folge zu einer inneren Erstickung kommen. Erste Anzeichen einer Methämoglobinanreicherung äußern sich durch bläulich verfärbte Lippen und Ohren. Weiters kommt es dann zu Übelkeit, Schwindel, Atemnot, Muskellähmung und letztendlich zur inneren Erstickung (Blausucht).

Der Mensch entwickelt erst in den ersten Lebensmonaten das Ferment Diaphorase, welches in der Lage ist, Methämoglobin wieder in Hämoglobin zurückzuverwandeln. Dies ist ein weiterer Grund, warum gerade Säuglinge in den ersten Monaten besonders gefährdet sind.

3. Tertiärwirkung - Nitrosamine

Nitrit reagiert im sauren Milieu des Magens mit Eiweißabbauprodukten (Aminen) zu Nitrosaminen, denen krebserregende Wirkung zugeschrieben wird.

Diese Nitrosaminbildung kann durch Ascorbinsäure, wenn das Verhältnis Vitamin C zu Nitrit größer als 2 zu 1 ist, und durch Vitamin E weitestgehend gehemmt werden.  Bei normaler Ernährung liegt das Verhältnis Vitamin C zu Nitrit meist bei 3 zu 1.

Die Nitrosaminbildung wird durch Thyiocyanat gefördert. Thyiocyanat ist normaler Bestandteil des Speichels, der bei Rauchern besonders stark gebildet wird.

Neuere Studien der Universität Aberdeen, Schottland, weisen darauf hin, dass Nitrat im Körper in infektionshemmende Stickstoffverbindungen, welche die Nitrosaminbildung unterdrücken, umgewandelt werden kann. Ebenso sollen diese Stickstoffverbindungen die antimikrobielle Wirkung der Magensäure erhöhen, wodurch die Abwehr von Krankheitserregern wie Salmonellen verstärkt wird. (Anm. 2)

Anmerkung 2: Bedarfsgerechte Düngung im Garten- und Feldgemüsebau; Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft 1997

Nitrat in der Ernährung

Der Mensch nimmt (je nach Essgewohnheiten) im Durchschnitt täglich 75 mg Nitrat auf.

Ca. 70% des Nitrates werden mit Gemüse, und über 10% mit dem Trinkwasser aufgenommen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sogenannte ADI-Werte (acceptable daily intake - zulässige Höchstmenge, die bei lebenslanger Einnahme zu keiner Schädigung führt) für die menschliche Aufnahme von Nitrat und Nitrit festgelegt. (Anm. 3)
Anmerkung 3: Bedarfsgerechte Düngung im Garten- und Feldgemüsebau, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft 1997


Natriumnitrat: 5,0 mg/kg Körpergewicht
Natriumnitrit: 0,2 mg/kg Körpergewicht

Ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht dürfte demnach 350 mg Nitrat täglich aufnehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen.
(Die WHO empfiehlt die tägliche Nitrataufnahme von 220 mg Nitrat nicht zu überschreiten.)

Quellen:
"Bedarfsgerechte Düngung im Garten- und Feldgemüsebau" (eine Broschüre vom BMLF, 1997)
Grenzwerte für Nitrat im Gemüse (Österreichisches Lebensmittelbuch)

Radke M. und Pichler G., Nitrat in der Ernährung. In: Nitrat, Beraterbrief Nr. 8, Beratungsservicestelle Wien 1990

Nitratgehalt im Gemüse

Wie bereits erwähnt, nehmen wir am meisten Nitrat mit dem Gemüse zu uns.

Das Wissen um den Nitratgehalt sollte uns aber keineswegs daran hindern viel Gemüse zu essen. Eine japanische Langzeitstudie hat ergeben, dass Obst und Gemüse das Krebsrisiko wesentlich herabsetzen.

 

Hohe NO3 Gehalte
1000-4000mgNO3/kg Gemüse

Mittlere NO3 Gehalte
500-1000mgNO3/kg Gemüse

Niedrige NO3 Gehalte
unter 500mgNO3/kg Gemüs
e

 

 

 

ChinakohL

Blaukraut

Erbsen

Blattsalate

Karfiol

Grüner Paprika

Endiviensalat

Kohlrabi

Grüne Bohnen

Grünkohl

Porree

Gurken

Weiskraut

Sellerie

Kartoffeln

Spinat

Karotten

 

Radieschen

Zucchini

0 - 300 mg NO3 /kg

Rettich

Auberginen

TomateN

Rote Rüben

 

Sprossenkohl

Rhabarber

 

Zwiebeln u. KnoblauCH

In dieser Tabelle ist ersichtlich, dass vor allem im Blattgemüse sehr viel Nitrat enthalten ist. Und hier wiederum befindet sich das Nitrat vor allem in den Blattrippen und im Stängel. Weiters wird der Nitratgehalt des Gemüses auch noch durch Sorte, Belichtung (Klima), Düngung (Boden), Jahreszeit und Erntezeitpunkt (Reifegrad) beeinflusst. So enthält z.B. Glashaussalat, infolge seiner geringeren Belichtung, wesentlich mehr Nitrat als Freilandsalat.

Nun kann man durch bewusste, der Jahreszeit entsprechende, Speiseplanerstellung und entsprechende Verarbeitung des Gemüses in der Küche bis zu 70% des Nitrates einsparen.

Tipps für die Küche

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Grundwasser und Quellwasser

Begriffe, Vorkommen, Nutzen

In diesem Abschnitt erhalten Sie eine Definition des Begriffs Grundwasser und erfahren, welches Wasser nicht unter diesem Begriff eingeordnet wird. Der Schluss des Abschnittes informiert über die Eigenschaften des Grundwassers und seine Verwendung.

Unter natürlichen Bedingungen enthält jeder Boden Wasser. Wird durch Niederschläge mehr Wasser angeliefert, als der Boden aufnehmen und weiterleiten kann, so fließt der Überschuss als Oberflächenwasser ab.

Als Grundwasser wird nach der DIN 4049(1979) das Wasser definiert, das die Hohlräume der Erdrinde zusammenhängend ausfüllt und dessen Bewegung ausschließlich oder nahezu ausschließlich von der Schwerkraft und die durch die Bewegung selbst ausgelösten Reibungskräfte bestimmt wird.

Sickerwasser, das sich im ungesättigten Bodenraum durch die Schwerkraft vertikal abwärts zum Grundwasser hin bewegt, ist kein Grundwasser, da es die von ihm durchströmten Hohlräume in der Regel nicht zusammenhängend ausfüllt.

Auch das Adsorptions- und Kapillarwasser stellt kein Grundwasser dar, da es von Molekular- und Oberflächenkräften gehalten wird und höchstens in geringem Umfang einer Bewegung durch die Schwerkraft unterliegt.

Durch die Schwerkraft fließt das Grundwasser in Richtung des hydraulischen Gefälles oberhalb nichtdurchlässiger (Aquifuge) oder schwerdurchlässiger (Aquiclude) Lagen und Schichten. Seine Fließgeschwindigkeit wird unter anderem von der Durchlässigkeit des durchflossenen Gesteins bestimmt.

Steht der Grundwasserspiegel mit dem atmosphärischen Druck im Gleichgewicht, spricht man von einem freien Grundwasserspiegel.

Wird das Grundwasser durch einen Grundwassernichtleiter oder -hemmer nach oben abgeschlossen und liegt die in einer Grundwassermessstelle durch Lotung ermittelte Wasseroberfläche oberhalb der Basis des den Grundwasserleiter überdeckenden Nichtleiters oder Hemmers, so liegt gespanntes Grundwasser vor. Beim Anbohren eines gespannten Grundwassers kann das Wasser frei, ohne zu pumpen, aus dem Brunnen fließen. Man spricht in diesem Fall von einem artesischen Brunnen. Zwischen freiem und gespanntem Grundwasser bestehen Übergänge.

Das Grundwasser zeichnet sich durch eine Reihe von günstigen Eigenschaften aus, welche es als Trinkwasserquelle besonders wichtig werden lassen. Zu diesen Eigenschaften zählen:

Was im Trinkwasser so alles steckt

Was wird bei der Trinkwasseranalyse untersucht?

Bei der Trinkwasserkontrolle wird ihr Trinkwasser in physikalischer, chemischer und bakteriologischer Hinsicht überprüft. Bei der physikalischen und chemischen Untersuchung wird unter anderem die Temperatur, die Farbe, das Aussehen, der Geruch sowie pH-Wert, die Wasserhärte und der Gehalt des Wassers an Ammonium, Eisen, Mangan, Nitrat, Nitrit, Chlorid und Sulfat bestimmt.

Trinkwasser ist ein Naturprodukt. Seine Zusammensetzung hängt von seiner geografischen Herkunft ab, die auch jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen sein kann.

 Nachfolgend werden einige wichtige Parameter und ihre Bedeutung für die Interpretation eines Trinkwasserbefundes dargestellt. Behandelt werden nur jene Parameter, die im Rahmen der üblichen Trinkwasser-Untersuchung analysiert werden und ein allgemeines Bild vom Zustand des Brunnens oder der Quelle zulassen. Die Analyse spezieller Parameter (z.B. Pestizide, Phenole, Kohlenwasserstoffe etc.) ist sehr kostenintensiv und wird nur bei Bedarf durchgeführt.

Physikalisch-chemische Parameter

Die Trübung wird durch im Wasser vorhandene Partikel verursacht. Sie zeigt im Allgemeinen eine Verschmutzung des Wassers durch Eindringen von Oberflächenwasser an.

Die elektrische Leitfähigkeit ist ein Maß für die im Wasser gelösten Ionen (z.B. auch Härte bildende Ionen). Sie kann entweder aus geologischen Gründen oder aufgrund von Verunreinigungen hoch sein.

Die Wasserhärte (Gesamthärte) ist ein Maß für den Gehalt an Calcium und Magnesium des Wassers. Sie wird zumeist in „deutschen Härtegraden“ (°dH) gemessen. Weiches Wasser kann die Korrosion von Wasserleitungen beschleunigen und damit den Gehalt von Schwermetallen wie Cadmium, Kupfer, Blei und Zink im Trinkwasser erhöhen. Bei der Anwendung von Geräten zur Wasserenthärtung (z.B. Ionenaustauscher) ist darauf zu achten, das eine Gesamthärte von zumindest 8,4 °dH eingehalten wird, um eine Korrosion der Leitungsrohre zu verhindern.

Hartes Wasser kann „Kalk“ - Ablagerungen in  Geräten bewirken und die Waschkraft von Wasch- und Reinigungsmitteln verringern. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist eine höhere Wasserhärte jedoch positiv zu bewerten (Versorgung mit Calcium und Magnesium).

Die Einstufung der Wasserhärte (Gesamthärte)

Burteilung °dH (deutsche Härte) mmol/l Härtebereich nach österr. Waschmittelgesetz
sehr weich 0-6 0-1 1
weich 6-11 1-2 1
mittelhart 11-17 2-3 2
hart 17-22 3-4 3
sehr hart >22 >4 3

 

Die Carbonathärte ist jener Anteil der Härte, der sich beim Erhitzen an Kesselwänden oder Heizstäben ablagert. Sie wird auch als „vorübergehende Härte“ bezeichnet.

Die Oxidierbarkeit (früher Kaliumpermanganat-Verbrauch) ist ein Maß für alle im Wasser gelösten organischen Stoffe (z.B. Huminstoffe und andere natürliche organische Verbindungen, organische Verunreinigungen wie z.B. Fäkalien etc.). Eine Überschreitung der zulässigen Höchstkonzentrationen kann auf eine Verunreinigung des Brunnens hinweisen. Der Wert kann jedoch auch durch die geologische Lage, in der sich die Wasserfassung befindet, natürlich erhöht sein (z.B. humusreiche Böden, Moorböden).

Ammonium ist ein Verschmutzungsindikator, der durch Zersetzung von menschlichen und tierischen Fäkalien oder Düngermitteln entstanden sein kann. Ammonium kommt aber auch als Teil des natürlichen Stickstoffkreislaufes in geringer Menge im Grundwasser vor. Es kann auch Ausdruck von sauerstoffarmen Grundwässern sein, wie man sie meist bei Tiefenwässern, Huminwässern oder Wässern mit hohem Eisen- und Mangangehalt findet. Auch neu errichtete Wasserleitungen, die innen mit Zementmörtel ausgefugt wurden, können Ammonium abgeben.

Nitrat kann bis zu Gehalten von etwa 20 mg/l bodenbedingt sein. Liegen die Werte darüber, herrscht wahrscheinlich eine Verschmutzung vor. Nitrat entsteht im Boden bei der Humusbildung und beim Abbau stickstoffhaltiger Düngemittel.

Nitrit ist das Abbauprodukt von Nitrat. Nitrit ist fast immer ein Verschmutzungsindikator. Erhöhte Parameter von Nitrit werden häufig in frisch zementierten Brunnen und bei der Neuinstallation von Zinkrohren nachgewiesen.

Bei der Überschreitung der Grenzwerte für Nitrat, aber auch Nitrit ist Vorsicht geboten. Vor allem für Säuglinge bis zum sechsten Lebensmonat ist solches Wasser besonders gefährlich, da das Nitrit den Sauerstofftransport im Blut vermindert, was zu Beeinträchtigungen in der Entwicklung, etwa des Gehirn, führen kann. Im Extremfall kommt es zum Tod durch Ersticken. Auch durch Abkochen des Wassers können diese Stoffe nicht entfernt werden! Ersatzweise kann kohlensäurearmes (-freies), schwach mineralisiertes Tafelwasser verwendet werden. Die Gefahr für Erwachsene liegt vor allem in der Langzeitwirkung: Zusammen mit anderen Stoffen können sich Krebs erregende Nitrosamine bzw. Nitrosamide bilden.

Der Gehalt an Eisen und Mangan ist meist bodenbedingt und kann vor allem in sauerstoffarmen Wässern (z.B. Tiefenwässern) enthalten sein. Der Wert für Eisen kann aber auch aufgrund von Rostvorgängen in Leitungen erhöht sein.

Geschmacklich ist Eisen ab Werten von über 0,2 mg pro Liter, Mangan bei Werten von  0,5 mg/l wahrnehmbar (unangenehmer metallischer Geschmack). Eisen und Mangan verursachen eher technische Probleme: Eisen flockt durch Einwirkung von Luftsauerstoff aus und kann so zur Trübung des Wassers und zu Ablagerungen in Rohrleitungen führen. Auf der Wäsche verursachen Eisen und Mangan beim Waschen Rostflecken.

Sulfat kommt in Wässern mit Gehalten zwischen 10 und 30 mg/l vor, kann aber auch in Konzentrationen von 500 mg/l geogen bedingt sein. Es ist Bestandteil von Düngemitteln, Waschmitteln und Pestiziden. Sulfat gelangt weiters durch Abwässer von Kläranlagen, Papierwerken und Textilfabriken in den Wasserkreislauf. Sulfatreiche und magnesiumhältige Wässer können abführende Wirkung haben.

Chlorid ist im Grundwasser durch Verwitterung meist in Konzentrationen unter 10 mg/l vorhanden, kann aber auch bis zu einer Konzentration von 200 mg/l geogen bedingt sein. Der natürliche Gehalt kann aber durch Salzstreuung im Winter, Düngemittelauswaschung, undichte Deponien und Industrieabwässer stark erhöht werden.

Die wichtigesten mikrobiologischen und chemischen Parameter

Die Anzahl Kolonie bildender Einheiten gibt einen Hinweis auf die Bakterienkonzentration im Wasser. Bei 22 °C Bebrütungstemperatur wachsen bevorzugt die wassereigenen Bakterien. Ist dieser Parameter erhöht, weist dies z.B. auf stagniertes Wasser hin (Brunnen, die längere Zeit nicht in Betrieb sind). Die Anzahl der Kolonie bildenden Einheiten bei einer Bebrütungstemperatur von 37 °C (KBE 37 °C – Körpertemperatur) kann ein Hinweis auf eine schlechte Filtrationswirkung des Bodenkörpers bzw. auf einen Abwassereinbruch sein.

Die Anwesenheit von coliformen Bakterien im Wasser zeigt, dass die Wasserfassung nicht mehr dicht ist und eine Verunreinigung von der Oberfläche vorliegt.

Enterokokken und Escherichia coli zeigen eine Verunreinigung durch tierische oder menschliche Fäkalien (also von „Warmblütern“) an. Die Ursache kann z.B. Gülle oder eine Senkgube sein. In diesem Fall ist nicht auszuschließen, dass sich auch Krankheitserreger im Wasser befinden. Das Wasser darf daher nur desinfiziert (z.B. abgekocht) getrunken oder zur Speisenzubereitung verwendet werden (Wasser mindestens drei Minuten sprudelnd kochen!).

Zusammenstellung der wichtigsten mikrobiologischer und chemischer Parameter und Indikatorparameter für Trinkwasser ("Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch", BGBL. Nr. 304/01, Stand: Dez. 2001)

Teil A: Mikrobiologische Parameter für nicht desinfiziertes Wasser Einheit Parameter
Escherichia coli Anzahl/100 ml 0
Coliforme bakterien Anzahl/100 ml 0
Enterokokken Anzahl/100ml 0
Teil B: Chemische Parameter Einheit Parameter
Antimon µg/l 5,0 1
Arsen µg/l 10 2
Benzol µg/l 1,0
Benzo-(a)-pyren µg/l 0,010
Blei µg/l 10 3
Bor mg/l 1,0
Bromat µg/l 10 4
Cadmium µg/l 5,0
Chrom µg/l 50
Cyanid µg/l 50
1,2 Dichlorethan µg/l 3,0
Fluroid mg/l 1,5
Kupfer mg/l 2,05
Nickel µg/l 205
Nitrat mg/l 50
Nitrit mg/l 0,1
Pestizide µg/l 0,10
Pestizide gesamt µg/l 0,50
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK's) µg/l 0,10
Quecksilber µg/l 1,0
Selen µg/l 10
Tetrachlorethan und Trichlorethen µg/l 10
Teil C: Indikatorparameter Einheit Parameter
Aluminium mg/l 0,2
Ammonium mg/l 0,5
Chlorid mg/l 200
Eisen mg/l 0,2
Leitfähigkeit µS / cm bei 20°C 2500
Mangan mg/l 0,05
Natrium mg/l 200
Organisch gebundener Kohlenstoff ohne anormale Veränderung -
Oxidierbarkeit mg/l O2 5,0
Sulfat mg/l 250
Temperatur °C 25
pH-Wert - 6,5-9,5
KBE 22 Anzahl / ml 100
KBE 37 Anzahl / ml 20

1 bis 30.11.2003: 10 µg/l;
2 bis 30.11.2003: 50 µg/l;
3 bis 1.12.2003: 50 µg/l, von 01.12.2003 bis 01.12.2013: 25 µg/l;
4 von 01.12.2003 bis 01.12.2008: 25 µg/l;
5 Wochendurchschnitt

mg/l = Milligramm pro Liter = 1 Tausendstel Gramm pro Liter Wasser

µg/l = Mikrogramm pro Liter = 1 Millionstel (0,000001) Gramm pro Liter Wasser

KBE 22= Anzahl Kolonie bildender Einheiten (frühere Keimzahl) bei 22°C bzw. bei 37°C Bebrütungstemperatur
KBE 37= Anzahl Kolonie bildender Einheiten (frühere Keimzahl) bei 37°C bzw. bei 37°C Bebrütungstemperatur

Die angegebenen Zahlen beziehen sich auf das BGBL.Nr.304/01

Aus: „Hausbrunnen & Quellen“, BM für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz, Oktober 1999

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